Eltern und Schüler der DSTY helfen in Ofunato

Eltern und Schüler der DSTY helfen in Ofunato

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Wenn das Navi Straßen anzeigt, die es nicht mehr gibt,

wenn Schiffe und Schuttberge im Wohngebiet stehen,

wenn sich Leute im Zugwaggon zum Kaffeetrinken treffen,

dann sind das Zeichen, dass etwas in Unordnung geraten ist. Der Tsunami vom 11.03.11 hat das Leben von vielen, vielen Menschen in Tohoku brutal verändert. Die Welle hat wahllos getötet. Wer durch Zufall überlebt hat, der muss sein Leben völlig neu ordnen.

Nicht nur Häuser, Straßen, Brücken, Hafenanlagen, Industriebetriebe, sondern auch gewachsene soziale Strukturen wurden weggespült, weil viele der Überlebenden nun in Containersiedlungen wohnen oder weggezogen sind. Für diejenigen, die noch da sind, ist am Bahnhof von Ofunato ein Begegnungszentrum entstanden. Der Bahnhof ist noch nicht wieder in Betrieb, aber in einem umfunktionierten Zugwaggon kann man sich seit 23.10.11 treffen und austauschen. Zur Einweihung dieser Begegnungsstätte sind am 22.10.11 drei Familien aus der Schulfamilie der DSTY nach Ofunato gefahren und haben am Sonntag von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr über 1000 Stück Kuchen und mehr als 400 Becher Kaffee und Tee an die Besucher verteilt. Zusätzlich wurden von den Schülern und Schülerinnen der DSTY deutsch-japanische Freundschaftsbänder mit Brezelanhängern angefertigt und verteilt. Im Frühling werden auf dem Rondell vor dem Bahnhof von Ofunato Tulpen blühen. Zu diesem Zweck hatten wir gespendete Blumenzwiebeln mitgebracht.

Diese Aktion wäre ohne die großartige Bereitschaft von vielen Familien, Kuchen zu spenden, nicht möglich gewesen. Für die ungezählten Apfelkuchen, Nusskuchen, Plätzchen, Marmorkuchen, Käsekuchen, Zitronenkuchen, Muffins, Apfeltaschen, Schokoladenkuchen und dergleichen Köstlichkeiten mehr sei im Namen der Kaffegäste sehr herzlich gedankt. Wir alle waren von der Herzlichkeit und Dankbarkeit der Besucher sehr beeindruckt.

Freilich kann ein Stück Kuchen nichts ungeschehen machen, aber die Kaffegäste am Bahnhof von Ofunato haben unseren Besuch so verstanden,  wie er gemeint war: als Zeichen der Verbundenheit und des Respekts vor dem Willen zum Neuanfang der Menschen in unserem japanischen Gastland.

i. A. Harald Pröm

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