Reissammlung: DSTY spendet 660 Kg Reis

Reissammlung: DSTY spendet 660 Kg Reis

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Reissammlung: DSTY spendet 660 Kg Reis

Die vielen kleinen und großen Spenden aus Kindergarten, Grundschule und Gymnasium haben das Ergebnis der Dezember-Reissammlung noch einmal übertroffen. Im Juni hat die DSTY 660 KG REIS GESPENDET und damit zum zweiten Mal hintereinander ein Rekordergebnis erzielt. Die Reissammlung ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt der gesamten Schule.
VIELEN DANK FÜR DIE GROSSARTIGE UNTERSTÜTZUNG aller Beteiligten.

Wie üblich wird der Reis an die Obdachlosenhilfe in Yokohama und an die Organisation Second Harvest gespendet. Klasse 9b besuchte am 23. Juni die Obdachlosenhilfe und übergab die Hälfte der Reisspenden.

 

Vom Besuch der Obdachlosenhilfe berichtet Celina Bialke 9b:

Es war ein warmer Sommertag, als sich die Klasse 9b der DSTY auf den Weg nach Isezaki-Chojamachi machte, um dort dem Obdachlosenviertel einen Besuch abzustatten. Jedoch handelte es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Klassenausflug, sondern um etwas Besonderes: eine Reisspende-Aktion. Die Schule hatte über 600kg Reis gesammelt, um eine Kirche im Obdachlosenviertel, die die Menschen dort mit Essen versorgt, mit den Spenden zu unterstützen.

Jeder Schüler schleppte knapp 10 Kilo Reis mit sich – einige hatten sogar über 20 Kilo in ihre Koffer gestopft – und fuhren mit der Bahn bis zur Zielstation. Dort angekommen waren zunächst keine großen Veränderungen bemerkbar. Die Straßen waren sauber, die Häuser gepflegt, der Park vor dem Bahnhof modern. Je näher man dem Obdachlosenviertel kam, desto dreckiger und älter wurden die Häuser. Die Häuser hatten Risse; alte Menschen hielten sich am Straßenrand auf und beäugten neugierig die Gruppe von Jugendlichen. Die Menschen hatten offensichtlich nichts zu tun... oder warum saßen die meisten hier nur herum? Als wir vor dem Gebäude der kleinen freikirchlichen christlichen Gemeinde ankamen, erschien ein Mann, der die Klasse 9b einige Stockwerke höher, in eine kleine Kirche brachte. Alle legten ihre Reissäcke vorne neben einem kleinen Altar ab. Der freundliche Pastor bedankte sich immer wieder für die Spenden und war überrascht von der gewaltigen Menge an Reis.

Anschließend stellte er sich vor und schilderte die Situation der Obdachlosen in dem Viertel. Er erzählte wie es dazu kam, dass so viele Menschen hier nach Hilfe und suchten und wie sie zu Obdachlosen wurden. Die Klasse stellte viele verschiedene Fragen, was dem Pastor eine Freude zu bereiten schien. Er präsentierte ihnen einen ebenfalls sehr sympathischen Mann, der den Jugendlichen seine Geschichte als Obdachloser erzählte. „Ich war damals ein Leiter einer großen Firma. Sie ging aufgrund der Wirtschaftskrise mit einem Mal pleite und ich zog daraufhin von Tokyo weg. Ich versuchte in Kyushuu einen Neuanfang, doch auch dort ging es nicht gut aus. Denn ich war einfach viel zu egoistisch – Ich hatte immer nur das gemacht, was ich wollte und hatte nie auf andere geachtet. Logischerweise verschlechterten sich dadurch meine Verhältnisse zu anderen Menschen und ich war ganz alleine. Keiner wollte mich einstellen, da ich einfach nicht mit Leuten umgehen konnte. Ich wurde weggeschickt und hatte mein ganzes Geld bereits fast aufgebraucht. So nahm ich ein Fahrrad und fuhr damit eineinhalb Jahre zurück nach Yokohama. Auf dem Weg habe ich nach Arbeit gesucht, doch es ging erneut erfolglos aus. Schließlich landete ich hier im Obdachlosenviertel, als ich keinen Yen mehr übrig hatte. Ich war vollkommen abgemagert, denn ich hatte eine Woche lang gehungert und schlief am Straßenrand. Dann, eines Tages, wachte ich auf und es lagen drei warme, frische Onigiris (Reisbälle) an meiner Seite. Ich denke, das war der schönste Moment meines Lebens. Ich war der Person, die sie mir gebracht hatte, so unendlich dankbar.“  Eine bedrückende Stimmung lag in der Luft. Aufmerksam blickte die Klasse ihn an und schien völlig in seine traurige Geschichte versunken zu sein. „Jedenfalls suchte ich danach nach einer Unterkunft und entdeckte diese christliche Gemeinde, die die Obdachlosen versorgte und ihnen Hilfe anbot. Ich begann an Gott zu glauben und betete jeden einzelnen Tag. Allmählich wurde es zu meinem Lebensalltag und ich begann der christlichen Gemeinde beim Reisausteilen zu helfen. Noch immer bin ich ein Mitglied dieser Kirche.“

Schließlich verabschiedeten sich die Schüler von dem Obdachlosen und machten sich auf den Weg zurück zur Schule.

 

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