Klasse 12 besucht deutsch-japanisches Symposium zur Klimapolitik

Klasse 12 besucht deutsch-japanisches Symposium zur Klimapolitik

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Am 5. Oktober besuchte die Klasse 12 im Rahmen des Geographieunterrichts ein deutsch-japanisches Symposium am Goethe Institut mit dem Titel: „Erneuerbare Energien als Mittler zwischen Klimapolitik und Regionalentwicklung – Ziele und Erfahrungen in Japan und Deutschland“. Akteure der lokalen Ebene in Japan und Deutschland trafen mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um die Potenziale erneuerbarer Energien für Kommunen und Regionen zu diskutieren und die Erfahrungen in Japan und Deutschland auszutauschen.

Den Anfang machte der deutsche Botschafter, Herr von Werthern. Er hob hervor, dass trotz der sehr großen Unterschiede zwischen Japan und Deutschland -oder gerade deswegen- die beiden Länder die geborenen Partner seien. Während Japan in den nächsten Jahren auch noch weiter auf Atomenergie setzten will, ist es ein festes Ziel für die deutsche Regierung den Atomausstieg bis 2020 zu erreichen. Weiter erklärte er, dass der nächste Klimagipfel eine der letzten Gelegenheiten sein wird, um den Klimawandel noch zu stoppen. Dies sei eine sehr große Verantwortung, betonte er, und zugleich eine Chance. Im Folgenden erläuterte der Botschafter näher das deutsche Klimaprogramm 2020. Hauptpunkte waren beispielsweise, dass vermehrt auf verbesserte Gebäudeisolation gefördert wird, um so Energie zu sparen und die Energieerzeugung effizienter zu gestalten. Ein für uns unbekannter Punkt war der Handel mit Emissionsrechten. Theoretisch dient dieser dazu, in Europa zum einen die Emission zu kontrollieren und zum anderen durch hohe Gebühren die Betriebe zur Effizienz zu zwingen. In der praktischen Umsetzung gibt es jedoch aktuell große Probleme.

Auf den Vortrag des Botschafters folgte die Ansprache von Herrn Doi. Er erläuterte die Vorgehensweise der japanischen Regierung in diesem Thema. Er erklärte, dass das Klimaziel Japans (bis 2030) seinen Schwerpunkt auf der Reduktion (um ein Viertel) der durch die Energieerzeugung verursachten Emissionen setze. Die weniger emissionsreichen Haushalte sollen ebenfalls um 40 % reduziert werden. Im Moment, sagte er, sei der Anteil der erneuerbaren Energien im Stommix noch sehr gering (17%), die Regierung habe aber vor, weitere 1,9 Milliarden Yen zu investieren und den Anteil auf mindestens 22% anzuheben. Japan habe viele natürlich günstige Voraussetzungen für Geothermie oder Off-Shore-Windparks, die es auszunutzen gilt. Durch ein Zentrum für Klimaschutz will die Regierung außerdem das Bewusstsein für Klimaschutz in der Bevölkerung steigern.

Der nächste Redner, Dr. Tilo Schmidt-Sehl, referierte über das Potenzial der erneuerbaren Energien für die Regionalentwicklung in Deutschland. Er war der Überzeugung dass vor allem die Bioenergie eine große Chance und Möglichkeit sei, denn eine 4 Gigawatt Bioanlage könne 4 Atomkraftwerke ersetzten und somit Deutschland unabhängig vom (fossilen) Import machen. Er sehe nebenbei auch den Vorteil, dass dadurch eine Dynamik im Gemeindeleben geschaffen würde, die durch die zusätzlich entstehenden Arbeitsplätze, die Landflucht abschwächen könnte. In Japan sei 60% des Landes bewaldet und habe damit ein sehr großes Potential für Bioenergie. Ebenso könnten Abfallprodukte wie Reishülsen oder Zweige, welche normalerweise teuer entsorgt werden müssten, nun Gewinn bringen.

Der letzte Redner war Herr Noriaki Yamashita. Sein Hauptthema waren die regionalen Projekte, die es bis jetzt in Japan gibt. Seit dem 11.3.2011 hat sich in Japan eine Energiewende vollzogen, wenn auch eine nicht ganz so tiefgreifende wie in Deutschland. Dennoch können sich heute 57 Gemeinden in Japan zu 100% selbst mit Energie versorgen. Er berichtete von staatlichen Hindernissen, die es zu überwinden gilt, wenn man sich als Privatperson für erneuerbare Energien einsetzt. Herr Sato ist ein positives Beispiel dafür, dass Menschen Verantwortung übernehmen und Projekte durch erneuerbaren Energien vorantreiben.

Mareike Schlotz und Elina Radzwill, Klasse 12

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