Japanisches Seminar: Besuch im Katastrophenschutzzentrum in Tokyo

Japanisches Seminar: Besuch im Katastrophenschutzzentrum in Tokyo

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Japanisches Seminar: Besuch im Katastrophenschutzzentrum in Tokyo

4. Februar 2010
Wieder mal ein netter Ausflug mit Rieko könnte man meinen.
Doch dieses Mal war der Grund ein wenig ernsthafter: der Besuch des Erdbebenzentrums stand auf dem Programm unseres interkulturellen Seminars. Früh am Morgen ging es für uns auf ins nordöstliche Tokyo, unweit von Asakusa.

Nach Begrüßung und kurzer Einführung durch die Sensei des Erdbebenzentrums wurde ein Film über ein mögliches Beben in Tokyo gezeigt. Hier wurde anschaulich die Plötzlichkeit und Intensität eines starken Erdbebens demonstriert und über mögliche Fehler und die Folgen daraus informiert.
Nach Ende des Films und mit nachdenklichem Gesicht führte uns die Sensei zur nächsten Station.

Wie reagiere ich beim Auffinden einer bewusstlosen Person?
Unter genauer Anleitung durften wir Mund zu Mund Beatmung und Herz-Druckmassage üben. Diese Aktion löste bei uns eine angeregte Diskussion über die möglichen Techniken aus. Aber ein Punkt der Wiederbelebung stand noch an, den sicherlich die wenigsten von uns bislang gezeigt bekommen hatten: Die Benutzung eines Defibrilators. Für die meisten sicher-lich ein Schreckgespenst. Aber wir durften feststellen, dass dieser Kasten doch relativ einfach zu bedienen ist, zumal er ja mittlerweile an vielen Orten (Bahnstationen, öffentliche Gebäu-de, usw.) zu finden ist.

Überall Rauch, was nun??
Die nächste Übung sollte zeigen, wie wir uns bei starker Rauchentwicklung richtig verhalten. Wichtigster Punkt überhaupt sei es Ruhe zu bewahren und sich in möglichst niedriger Höhe zu bewegen wurden wir eindringlich informiert. Nach kurzer Belehrung über die weiteren Verhaltensweisen machten wir uns dann tapfer mit Handtuch vor dem Mund auf den Weg durch ein Labyrinth aus dunklen und verrauchten Gängen und versuchten uns stark geduckt „in Sicherheit“ zu bringen. Diese Übung empfanden wir alle als äußerst unangenehm und waren hinterher dankbar, dass es nur "gesunder Rauch" war.

Auf in den Erdbebensimulator, getarnt als Küche
Kurze Einführung der Sensei: bei einem starken Beben soll man sofort Schutz suchen, z B. unter einem Tisch und sich am Tischbein festhalten. Wenn das erste Beben vorbei ist, möge man schleunigst das Gas abstellen und die Türen als Fluchtmöglichkeit öffnen. Dabei aber immer den Kopf vor herabfallenden Gegenständen schützen. Voller Erwartung sind wir hinein in die Küche und bevor wir auch nur einen netten Plausch beginnen konnten, brach das Beben der Stärke 7 auch schon über uns herein. Es sollte nur wenige Sekunden dauern, kam uns aber vor wie eine Ewigkeit. Wir fühlten uns so wehrlos und waren heilfroh, als das Beben endlich vorbei war. Am Ende waren wir uns einig, dass wir das nicht wirklich erleben möchten.

Kann jeder mit einem Feuerlöscher umgehen?
Bei der letzten Übung mussten wir einen "Brand" löschen. Uns wurde erklärt wie wichtig die richtige Handhabung eines Löschers ist, aber bevor es los geht muss erst die Nachbarschaft durch sehr lautes „Kaji“ (Feuer) alarmiert werden. Kurz darauf waren alle Brände gelöscht und unsere Truppe war wiederum erleichtert, dass es sich nur um eine Übung gehandelt hat.

Was wäre ein Ausflug ohne Essen?
Nach dem aufreibenden Vormittag ging es in ein nahegelegenes Japanisches Restaurant. Bei einem äußerst leckeren Büffet wurde noch mal angeregt über das Erlebte gesprochen. Der Besuch des Erdbebenzentrums war für uns eine sehr wichtige Erfahrung und hat uns sensibili-siert, sich in der eigenen Familie mit dem Thema zu beschäftigen.

Vielen Dank liebe Rieko für diesen sehr interessanten und lehrreichen Vormittag.


Bericht von Klaudia Bremer
 

Bilder gibt es in der Galerie.

 

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