Japanisches Seminar: Frühlingsausflug zum Takao-San (Mount Takao) am 15. Mai 2010

Japanisches Seminar: Frühlingsausflug zum Takao-San (Mount Takao) am 15. Mai 2010

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Japanisches Seminar: Frühlingsausflug zum Takao-San (Mount Takao) am 15. Mai 2010

Bericht von Frau Susanne Gutow

Der Takao-San liegt im Meji-no-Mori-Takao-Quasi-Nationalpark, einem kleinen Gebirge zwischen den Tanzawa-Bergen im Süden und dem großen Chichibu-Tama-Nationalpark im Norden, der von Tokyo schnell erreichbar ist.

Der Meji-no-Mori ist ein in der Meji-Zeit angelegter, inzwischen stattlicher Zedernwald.

Der 600m hohe Berg dürfte wohl der meistbestiegene in der Umgebung Tokyos sein. Jedenfalls hatten wir an unserem Ausflugstag nicht das Gefühl, allein zu sein. Aber im Grunde hat man das in Japan ja ohnehin nie.

Zuerst trafen wir uns mit Rieko-san an der Takaosanguchi-Station. Von dort liefen wir durch belebte kleine Straßen mit vielen Souvenirgeschäften zu der Kabinenbahn am Fuß des Berges. Unsere Herren zogen es vor, den Berg zu Fuß zu ersteigen, während wir Damen durch die kurze aber sehr schöne Fahrt mit der Kabinenbahn den ersten Kaffee in einem sehr gemütlichen Bergmittelstation-Lokal mit tollem Blick auf die Tiefebene Tokyos genießen konnten. Wir hätten übrigens mit einem etwas altertümlichen Sessellift fahren können. Aber die lange Warteschlange davor machte die Wahl zwischen dem Lift und der Kabinenbahn einfach.

Auf dem weiteren Weg zum Gipfel mussten wir einige Treppen steigen und wanderten über einen sehr schönen, von roten Laternen begrenzten Wanderpfad. Dabei passierten wir einen wunderschönen Schrein, der sich mit einer Vielzahl von verschiedenen Einzelgebäuden über mehrere Bergebenen erstreckte.

Schließlich erreichten wir die Gipfelebene, auf der sich verschiedene Verkaufsstände und Restaurants aneinander reihten. Wir genossen den Ausblick auf die umgebende Bergwelt mit Gipfeln zwischen 800 und 2000 Metern. Irgendwo im Hintergrund soll man den Tafeln zufolge auch den Fuji-San sehen können. Das leicht dunstige Sommerwetter ließ diesen „Weitblick“ jedoch nicht zu. Trotzdem war es schön, den herrlichen Ausblick mit einem Softeis in der Hand zu genießen. Die meisten japanischen Wanderer bringen alle ihre blauen Kunststoffdecken mit und picknicken dort oben. Man könnte meinen, man sei bei einer Hanami-Veranstaltung mit tausend Teilnehmern, jedoch ohne Kirschbäume, aber mit Zedern.

Auf dem Rückweg zur Kabinenbahn fiel es uns schwer, den vielen am Wegrand angebotenen kulinarischen Verlockungen zu widerstehen. Obwohl wir wussten, dass uns ein vorzügliches Mahl in einem traumhaften Restaurant erwartete, wurde manch einer von uns unterwegs schwach.

Unten im Ort wieder angekommen, schauten wir noch einem Bäcker hinter einem großen Schaufenster zu, wie er Soba-Nudeln aus Teig fertigte. Es war interessant zu sehen, wie oft er immer wieder den Teig ausrollte und nicht enden wollende Mengen Mehl hinzu gab.

Um 14:30 Uhr wurden wir am Bahnhof von einem Bus des Restaurants „Ukai“ abgeholt, der uns schon ahnen ließ, dass wir einem ausgesucht stilvollen Abschlussessen in traumhafter Umgebung entgegen gingen. Das „Ukai“ ist ein Restaurantkomplex mit über dreißig Tatamizimmern in vielen einzelnen Teehäusern, umgeben von einem herrlichen japanischen Garten mit vielen Koi-Teichen, Bächen, Büschen, Bäumen, Steinen, Stegen und Wassermühlen.
Das mehrgängige Menü mit Sashimi, Grillfleisch und anderen Leckereien wurde von Rieko-San bestens ausgesucht. Es war hervorragend und wir haben die Stimmung in unserem gemütlichen Teehaus sehr genossen. Es war ein gelungener Ausklang eines wunderschönen Ausflugstages.

Vielen Dank an Rieko-San für diesen herrlichen Tag!

Bilder finden Sie in der Galerie.

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