Unsere FOS - die 2. Generation

Unsere FOS - die 2. Generation

Natsu yasumi, Sommerferien – Ortstermin an der DSTY. Ein Gruppenbild mit einer jungen Dame und vier jungen Herren. Erwartungsvoll sitzen sie  im Klassenraum der FOS, um sich auf ihre betrieblichen Praktika vorzubereiten. Thema: Bewerbungsverfahren, Inhalte: Erstellung von Bewerbungsunterlagen mit Anschreiben, Lebenslauf samt Foto, Zeugnisse etc. – Dokumente, die im künftigen Arbeitsleben immer wieder vonnöten sind. Danach steht das Training „rund um Vorstellungsgespräche“ auf dem Programm – eine etwas andere Art von Feriengestaltung.

Schon zu Anfang des Jahres fand die Anwerbung der Praktika durch die DSTY statt. Ein früher Termin, stand doch noch nicht einmal fest, ob erneut eine FOS-Klasse zustande kommen würde. Ungewöhnlich ist diese besondere Serviceleistung der DSTY außerdem; denn in Deutschland ist jeder künftige FOS-Schüler angehalten, sich eigenständig um einen betrieblichen Praktikumsplatz zu bemühen. Für das erneute Zustandekommen der FOS  Klasse 11 spielten gezielte Werbemaßnahmen der DSTY eine besondere Rolle und sei es auch nur dadurch, dass die Absolventen der 1. FOS-Generation ihre Erfahrungen redegewandt in jenen Klassen darboten, aus denen sich die neuen FOS-Schüler rekrutieren ließen.   

Seit September/ Oktober dieses Jahres gewinnen die fünf jungen Leute nun Praxiserfahrungen bei Unternehmen wie Bayer, Bosch, Boehringer Ingelheim, Siemens und TÜV Rheinland. Gerade diese namhaften und in Nippon ansässigen Tochterfirmen deutscher Großunternehmen, die sogenannten Gaishikeis, sind nicht nur eine hervorragende Garantie für künftige Jobchancen. Vor allem die Praktika selbst erfordern  – neben den verschiedenen betrieblichen Verrichtungen – einiges an Standvermögen unserer FOS-Schüler: Montags bis mittwochs geschieht die innerbetriebliche Verständigung neben Englisch zu über 90% auf Japanisch  – eine alltägliche Erfahrung in den interkulturellen Mitarbeiterbeziehungen ausländischer Gaishikeis, die für das derzeitige Arbeitsleben der jungen Leute außerhalb von Schule gang und gäbe geworden sind. Ergänzt wird die praktische Arbeit durch den jeweils 10-stündigen schulischen Unterricht an Donners- und Freitagen: Eine ganze Reihe neuer Sachgebiete gehören nunmehr zum Fächerreigen: Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Rechtskunde und Wirtschaftsinformatik. Aber auch die Fächer Deutsch, Englisch,  Mathematik und Japanisch stehen auf dem Plan der FOS 11; neben klassischen allgemein bildenden Inhalten sind es hier Bereiche, die im Business eine Rolle spielen: Bewerbungsschreiben, Protokolle, ‚business presentations‘, kaufmännische Arithmetik oder Artikel aus der Wirtschaftszeitung ‚Nihon Keizai Shinbun‘: Ein in vielen Belangen völlig anderer Lehrplan als man es im Gymnasium gewohnt ist. Anders auch die Arbeit im Unterricht selbst; mehr und mehr treten im Team zu bearbeitende Fallstudien in den Mittelpunkt. Das ist gleichzeitig eine gute Vorbereitung für ein späteres Hochschulstudium. Überhaupt ist das Miteinander in der kleinen Gemeinschaft etwas Besonderes und sei es auch nur deshalb, weil sich jeder einzelne tatkräftig in das Unterrichtsgeschehen einbringt.

Die FOS 12 wird geprägt sein durch ausschließlich schulischen Alltag – mit einem Unterschied zum herkömmlichen Geschehen an der DSTY, werden doch erlangte Praxiskenntnisse in den Unterricht mit einbezogen. Gemeinsam mit den Abiturientenklassen des Gymnasiums werden die fünf dann im Jahre 2012 ihre Fachhochschulreifeprüfungen ablegen. Und wie die Abiturienten dürfen sie sich an japanischen Universitäten zu den Eintrittsexamina anmelden. Etwas anders zeigt sich die Situation in Deutschland und in Teilen Europas. Hier kommen zunächst Fachhochschulen als weiterführende Bildungseinrichtungen infrage, die einen Abschluss als ‚Bachelor‘ ermöglichen. Der Weg zum sich anschließenden MBA führt jedoch ebenso über die Universität und von dort zum Promotionsstudium. Unseren fünf FOS-Schülern stehen damit alle akademischen und betrieblichen Karrierewege offen! Gambarimashou…

Dr. Peter-J. Alexander

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