Ishinomaki, April 2011

Ishinomaki, April 2011

Ishinomaki, April 2011

Am Nachmittag des 8.4.2011, einem Freitag fast einen Monat nach dem schweren Erdbeben vor der Küste Miyagis, fuhren meine Schwester und ich mit unseren Eltern zum ersten Mal in die Hafenstadt Ishinomaki, um an den Hilfsaktionen zum Wiederaufbau der Stadt teilzunehmen.
Das Einsatzquartier war, für uns diesmal, in einer örtlichen Universität untergebracht. Die Hilfsaktionen führten uns unter anderem zu einer Grundschule, welches zu der Zeit als Notunterkunft für etwa 2000 Menschen fungierte.
Es galt, den Sportplatz mit Schaufeln vom Schlamm frei zu räumen, den das Meer hierher gespült hatte, den nächsten Tag verbrachte man damit, den Schuppen eines Tempels zu leeren, und bei einem Einsatz während der Golden Week ging es darum, das Fundament eines Wohnhauses zu säubern. In dieser Zeit hatte sich eine eigene Hilfsorganisation aus einigen Kollegen meines Vaters gebildet, die Einsätze in dieser Gegend organisierte. So konnte der Bevölkerung effizienter geholfen werden. Auffällig während allen Hilfsaktionen war der üble Geruch, den der Schlamm vom Meer mit sich brachte, da sich außer Sand auch Reste von organischem Material darin befanden.
Die Arbeit war nicht schwierig, doch oftmals wegen dem Geruch und wegen der Eintönigkeit anstrengend.
Die Bewohner des Hauses, dessen Fundament wir zu säubern hatten, hatten lange Zeit keine Hilfe von außen bekommen, um es wiederherzurichten. Ebenso freuten sie sich über den Besuch und den Kontakt mit fremden Menschen, da sie nach dem 11.3. sehr einsam gelebt hatten, da sie nicht in der Grundschule leben mussten, weil das Haus den Tsunami insgesamt gut überstanden hatte. Wir waren sehr glücklich darüber, einmal fremden Leuten helfen zu können. Doch eine kurze Fahrt in das angrenzende, gänzlich zerstörte Onagawa verriet uns, dass der Wiederaufbau Nordostjapans noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde.

Daniela (Klasse 9) und Tobias Wiehl (Klasse 11b)

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