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Regionale Fortbildung der stellvertretenden Schulleiter in Japan - Medienbildung

Posted on 23.10.2018 - 10:09

Die stellvertretenden Schulleiter aus Südostasien (Region 14) und Fernost (Region 15) trafen sich vom 27.09. - 29.09.2018 zum zweiten Mal im Rahmen einer regionalen Fortbildung mit dem Thema „Führen und Leiten II – Medienbildung“. Nach dem ersten Austausch in Manila im vergangenen Schuljahr stellte in diesem Jahr das regionale Fortbildungszentrum der Region 15 an der Deutschen Schule Tokyo Yokohama den Vermittlungsort der von allen Beteiligten gewünschten Fortführung. Marcus Tandecki leitet das ReFo-Zentrum seit vergangenem Schuljahr und arbeitet dabei eng mit der ReFo-Leiterin Claudia Godomski aus der Region 14 mit dem Standort Chiang Mai in Thailand zusammen. Als Referent konnte Herr Dr. Jochen Schnack, der ehemalige Schulleiter der Deutschen Schule Boston, gewonnen werden. Mit einem Impulsvortrag zur „Schule des 21. Jahrhunderts“ wurden die 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den zukünftigen Anforderungen für Bildung in einer digitalen Welt konfrontiert. Weiterhin wurden die dramatischen Veränderungen der Berufsanforderungen und auch der schulischen Bildungen in einem medialen Lernumfeld dargestellt.

Es stellte sich die Frage, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler im 21. Jahrhundert benötigen, um sich in Schule und Beruf in Zukunft behaupten zu können. Umso wichtiger erscheint die Erstellung eines Medienbildungskonzepts, um auf die Dominanz der zukünftig digitalisierten Bildungs- und Arbeitsumgebung hinzuarbeiten und sie in eine veränderte Sozialisation, in der Jugendliche in ein neues Leitmedium hineinwachsen, vorzubereiten. Man geht davon aus, dass 80% der Berufe in 20 Jahren heute noch nicht existieren und sich durch die immer raschere, exponentielle Entwicklung der digitalen Revolution in den nächsten zwei Dekaden erst entwickeln werden. D.h. wir müssen unsere Schülerinnen und Schüler auf eine offene und unbekannte Zukunft vorbereiten – Zukunft gestalten und nicht vorhersehbar machen – wird dabei das Motto sein. Neben der bisherigen „literacy“ benötigen die Kinder und Jugendlichen und auch die Erwachsenen eine „digital literacy“.

Mit Hilfe des SWOT-Verfahrens (strength, weakness, opportunity, threat) wurde eine Bestandsanalyse der jeweiligen Schule ermittelt, um herauszufinden wie der aktuelle Stand hinsichtlich der digitalen bzw. medialen Entwicklung an der Schule ist. Wie sich herausstellte ist durch die Bemühungen an der DSTY in den vergangenen Jahren eine sehr gute Grundlage geschaffen worden. Die konzeptionelle Arbeit muss jedoch noch weiter vorangebracht werden. Dabei hilft es, wenn sich eine Einrichtung SMARTe Ziele setzt (specific, measurable, achievable, reasonable und time-bound) um ein realistisches Konzept zu generieren. Klare, erreichbare und messbare Ziele sind Voraussetzung für eine gelingende Projektplanung.

Im Rahmen der Steuergruppe, deren Aufgabe es ist, mittel- bis langfristige Ziele der Schule voranzubringen, hat sich bereits eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die sich mit der Erstellung eines Medienbildungskonzepts befasst. Das sechsköpfige Team, bestehend aus Vertretern der verschiedenen Abteilungen Kindergarten, Grundschule, Sekundarstufe und einem IT-Mitarbeiter, wird die Umsetzung der Digitalisierung an der DSTY weiter voranbringen.

Besonders danken möchten alle Beteiligten dem Vorstand der Deutschen Schule Tokyo Yokohama, der ein sehr eindrucksvolles Abendprogramm zu aller Zufriedenheit ermöglichte.

Das nächste Treffen der stellvertretenden Schulleiter der Region 14 und 15 wird am ReFo-Zentrum in Chiang Mai stattfinden. Alle Teilnehmer haben bereits großes Interesse bekundet.

Rouven Hollmann
Stellvertretender Schulleiter